«Internet è come un immenso magazzino (di informazioni), ma non può costituire di per sé la "memoria"» (Umberto Eco) --- «Ecco, aiuto io!» (Dilettantus Didymus)

Thomas sein Abendland

Was so wichtig ist zwischen Vatikan und Niederrhein

  • Alle Rechtschreibefehler sind beabsichtigt und tragen zur allgemeinen Erheiterung der Leserschaft bei!
  • C+M+B*2021*

    5.7.19

    שְׁחוֹרָ֤ה אֲנִי֙ וְֽנָאוָ֔ה בְּנ֖וֹת יְרֽוּשָׁלִָ֑ם


    #BemerkungendesFlirtkönigs

    oder auch

    #PlumpkannIch

    -------------------------------------------------------------------------

    Karagüzel stand auf dem Namensschild; das Namensschild aber steckte an der jungen Dame an der Supermarktkasse. Ich bezahle und sage: "Was kara heißt weiß ich," (Karl-May-Leser wissen eben mehr) "aber was heißt güzel?" - Sie schlägt verschämt die Augen auf und flüstert: "schön". Wenn der Ball auf der Linie liegt, erzielen auch Nichtfußballer Tore; darum antworte ich: "Na dann stimmt es ja!" Abgang - Ablaus -Vorhang - So plump so gut.

    Auf dem Weg nach hause geht es mir aber nicht aus dem Kopf - das Hohelied. Nigra sum sed formosa. Und als ich das dem Claudio sagt, da läßt der singen:

    Labels: , , , , ,

    17.9.18

    Es sang in mir

    „Weißt du, mein lieber Freund Pierot, wenn ich hier so sitze - mit Matthias Claudius und einer Nicaragua-Zigarre - und ich dann sehe, daß der Mond nicht nur von brutaler Klarheit ist,
    zumindest von der Klarheit, die er in einer Stadt im Ruhrgebiet nur eben haben kann, sondern exakt einen halben Kreis bildet, dann, liebes Peterchen, möchte ich dich bitten, mir deinen Federkiel zu leihen, auf daß es aus mir singen kann. Und der Matthes sagt dann „er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön“. Ich aber antworte: „Gott, laß dein Heil uns schauen, … nicht Eitelkeit uns freuen, laß uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein.“  Herrlisch!

    Labels: , , ,

    1.8.17

    Honecker, ich hab Dich übertroffen! - irgendwie ein Syllogismus


    Praemissa major:
    Als Kaiser Justinian weiland  die Hagia Sophia fertiggestellt hatte (o.k. ein paar Maurer, Künstler und Architekten, sowie ein weihender Patriarch dürften mitgewirkt haben) soll er gerufen haben Νενίκηκά σε Σολομῶν - Salomon ich hab dich übertroffen!

    praemissa minor:
    Was haben wir damals in den 70ern und 80ern gelacht, wenn uns im - zugegeben fernen da niederrheinischen - Westen ein Text aus der DDR erreichte: Der Vorsitzende des Kombinats der Unterabteilung im Kommitee der Arbeiterschaft des.... usw. usf.

    conclusio:
    Wie schön, daß auch heute noch übertroffen wird:
    Der Vorsitzende der Pastoralkommission und der Unterkommission Frauen der Deutschen Bischofskonferenz oder Diözesane Seelsorgeamtsleiterinnen reihen die Deutsche Bischofskonferenz in eine ehrwürdige poetische Reihe mit Erich und seinen Freunden ein.

    Labels: , ,

    22.7.17

    Apollinaris


    Am 23. Juli kollidieren zwei Feste in einem zweigeteilten Bundesland. Während im osteuropäischen westfälischen Teil des Landes NRW des Hl. Liborius gedacht wird, feiern wir am Rhein den Hl. Apollinaris.

    Alles nicht so einfach, denn Libori is´schon schön und dazu zieht der Westfale ja eine Sache, die er einmal erkannt hat - was wiederum lange dauern kann - gleichermaßen  knallhart wie strahlend durch.

    Am Rhein ist das - wie immer - nicht so einfach. Da sind zunächst die Reliquien verteilt; nichts ungewöhnliches, wenn man um die Finanzierung des mittelalterlichen Rheinlandes durch Reliquienhandel weiß. Aber hier ist der der Fall noch besonders: Während der Leib....doch dazu kommen wir später.

    Das Haupt des Hl. Bischofs von Ravenna mit seinen beiden dortigen berühmten Titularkirchen Sant´Apollinare und Sant´Apollinare befindet sich in Remagen, was wiederum spätestens seit 1924 nicht mehr unter der grün-weiß-roten Trikolore angesiedelt ist,.... doch ich schweife ab.

    Also das Haupt des Heiligen, hatte ich vor Jahren schon besucht.

    Nun wendeten das Maxistrant und ich unseren Schritt



    jenem Dorf zwischen Angermund und Benrath zu, das unter dem Namen seines Hauptstromes Landeshauptstadt von NRW geworden ist und in dem sich der Sarkophag des Restheiligen befindet

    Am letzten Mittwoch stand nun folgendes auf dem Programm:
    eine irgendwie unglückliche Formulierung, die trotzdem neugierig macht.

    Kurz gesagt: Es war eine schöne würdevolle Feier (mit ca. 50 "Besuchern"); eine deutsche gesungene Vesper figuriert mit Teilen eines Händelschen "Laudate pueri" für Sopran, Oboe, Chor und Orchester. Gut, der Zelebrant redete mir etwas zu viel, wenngleich nicht allzu viel zu viel. Dieser Eindruck wurde aber durch die herrlichen barocken (?) Pluvialia des Klerus ausgewischt.
    Daß dann ein Oberbürgermeister einer Groß- und Landeshauptstadt - allerdings vor kleiner Kulisse - dem Stadtpatron eine Kerze entzündet und diese Gelegenheit nicht zu einer Rede mißbraucht, erhebt ihn fast schon in den Stand der Heiligkeit.

    Wie immer können Bilder wenig wiedergeben (insbesondere, wenn ich diese mache), aber dennoch sei´s gewagt.

    Von der Bahn fast gehindert


    wurde Wind und Wetter zu Kaiserswerth getrotzt





    und das vorgeschriebene Einstiegsmeditationsbild in den Tag betrachte:

    Schließlich erreichten wir St. Lambertus/Düsseldorf-Altstadt, mit interessantem Turm:



    Der Vorplatz war aufwendig eigenwillig geschmückt:






    Die Kerze noch unentzündet:



    (Ach ja, vor der Feier wurde die Superintendentin begrüßt; diese beiden Herren nicht)

    Kerze brennend mit Schrein:


    Doch, alles in allem: Schön!

    Aber was ist denn jetzt - um zum Anfang zurück zu kehren - das wichtige Fest des Tage?

    Natürlich: Adventus trium Regum


    Labels: , ,

    11.7.17

    Von den letzten der Großen Versammlung - Gedanken am Fest unseres Vaters Benedikt


    Die Lesung der Stundenliturgie am Benediktsfest ist aus dem Buch Sirach (50/6f):

    quasi stella matutina in medio nebulae et quasi luna plena in diebus suis lucet

    et quasi sol refulgens sic ille effulsit in templo Dei

    Davor ergänzt das Stundenbuch: Ecce Confessor Magnus.

    Also auf deutsch  (Nicht ganz korrekt, aber umso schöner nach Luther 1912):

    Seht den großen Bekenner: Wenn er hinter dem Vorhang hervorging, so leuchtete er wie der Morgenstern durch die Wolken, wie der volle Mond;  wie die Sonne scheint auf den Tempel des Höchsten; wie der Regenbogen mit seinen schönen Farben; 

    Schlagen wir nach, so ist im Buch Sirach, der im Christentum eher unbekannte Hohepriester Simon/Schimon der Gerechte beschrieben.

    Schon interessant, daß der Gerechte Oberste Liturge des Alten Bundes zum Typos unseres Vaters Benedikt gemacht wird.

    Nun gehört das Buch Sirach nicht zum Kanon der hebr. Bibel (Obwohl es in den letzten hundert Jahren in der Kairo Geniza und in Qumran fast vollständig auf hebräisch entdeckt wurde), aber  an entscheidender Stelle begegnet unser Simon im Talmud, in den Sprüchen der Väter/Pirqe Avot . Dieser Mischnatraktat schließt nicht nur die 4. Talmudordnung ab, sondern er wird als einziger Traktat auch im gewöhnlichen Gottesdienst gelesen, von Pessach/Ostern an den ganzen Sommer.

    Nachdem im ersten Vers in einem Parforceritt die Weitergabe der Tora vom Sinai über Mose, Josua und die Propheten bis zu unserem Simon geschildert wird, kommt er selbst zu Wort: 

    "Auf drei Dingen ruht die Welt: Auf der Weisung, auf den Gottesdiensten, auf dem angemessenen Tun."

    Die Tora, die Lehre , die Regel bietet die Grundlage - bei Benedikt und Simeon, bei Juden und Christen.

    Daraus folgen die Gottesdienste und hier denke ich an das Stundengebet, das seine Wurzel in den täglichen Gebeten der Synagoge hat und wie diese im Zentrum aus Psalmen besteht.

    Und dann steht da am Schluß das angemessene Tun, die Wohl - Tätigkeit. Nicht (zumindest nicht nur) Almosen sind hier gemeint, sondern das Tun (hebr. Singular!) des richtigen.

    Sagen wir es einmal angenehm absurd:

    Seit dem Sinai weiß unser Vater Benedikt und hat es uns überliefert:

    Aus der Regel folgt: Ora et Labora.

    Daß letzteres kein orginäres Benediktzitat ist, stört uns wenig. Juden wie Katholiken wissen um die Werkmächtigkeit der mündlichen Tora sprich der Tradition.

    Ein letzte Frage: Woher weiß der Simon das, durch das er gerecht und Unser Vater gesegnet/benedictus wird?

    Das hebräische Wort Schim`on leite sich vom Wort schama` ab, und das ist übersetzt, was Benedikt zu Beginn seiner Regel empfiehlt: hören!

    Obsculta, o fili, praecepta magistri, et inclina aurem cordis tui, et admonitionem
    pii patris libenter excipe et efficaciter comple,

    Höre, mein Sohn, auf die Weisung des Meisters, neige das Ohr deines Herzens, nimm den Zuspruch des gütigen Vaters willig an und erfülle ihn durch die Tat!


    Labels: , , ,

    17.4.17

    Von dem einen und dem anderen Thomas




    Eine erzählende Rezension zu:

    Thomas Frings: »Aus, Amen, Ende? – So kann ich nicht mehr Pfarrer sein«
    176 Seiten, gebunden, 16,99 €
    Verlag Herder, ISBN 978-3-451-37797-6

    Prolog

    Anfang der 90er lernten wir uns kennen: Er Thomas, ich Thomas. Er kam vom Niederrhein, ich kam vom Niederrhein. Beide lebten wir im Exil im Münsterland. Er wurde 1987 zum Priester geweiht und amtete jetzt in seiner ersten Pfarr(verwalter)stelle; ich hatte im Jahre ´89 geheiratet und die Tochter war da. Ab 1993 führten dann unsere Wege auseinander.
    Beide haben wir uns an der realexistierenden Kirche im deutschen Sprachraum abgearbeitet, er u.a. als Pfarrer und im Priesterrat, ich u.a. als Pastoralreferent und Pfarrgemeinderatsvorsitzender. Und irgendwann war für uns Schluß in dieser Kirche, wie wir sie in Deutschland  vorfinden, auf den alten Feldern weiter zu arbeiten. Das ganze übrigens (Und ich hoffe ich tue dem anderen Thomas nicht unrecht) ohne eigentliche Glaubenskrise. Ach ja, eines noch, was uns verbindet: Die Kunst. Thomas Frings hat vor seiner Weihe Kunstgeschichte studiert und war Leiter einer bischöflichen Kunstkommission; ich bin seit 1995 Berufsmusiker und auch im Performancekunstbereich tätig.

    1. Akt: Von Facebook zum Buch

    Am 14. 2. 2016 veröffentlichte Pfarrer Frings auf der Facebook-Seite seiner Pfarrei ein Manifest mit dem Namen „Kurskorrektur“. Hier beschreibt er, daß er so letztendlich nicht mehr Pfarrer sein kann. Das „Kann“ ist wichtig, weil die Sakramentenpraxis so nicht funktioniert - bei aller Wichtigkeit der kirchlichen Sakramente und Zeichen, weil die Glaubenspraxis und -weitergabe in den Gemeinden nicht funktioniert - bei aller Notwendigkeit des Glaubens, kann er - obwohl er gerne Priester ist - so nicht mehr Pfarrer sein. Am Ostermontag lasse er sich darum vom Bischof von seinem Amt als Pfarrer entpflichten.

    Dieser Text liegt seinem Buch zugrunde….

    Interludium: Lektorat

    ….Und da beginnen einige Schwierigkeit: Die „Kurskorrektur“  wird im Buch ausgeführt und variiert, aber!! Oft beginnen die Kapitel des Buches mit Passagen der „Kurskorrektur“, die dann ausgeführt werden. Manchmal erscheinen Passagen derselben inmitten von Erklärung. Und oft weiß man nicht, was liegt hier gerade vor. Die optische Absetzung durch unterschiedliche Schrifttypen trägt nur begrenzt zur Orientierung bei und wird auch nicht konsequent beibehalten. Ja, manchmal taucht exakt derselbe Text im Buch an mehreren Stellen auf (z.B. S.19 und S.29)  Sagen wir es mal so: Der Versuch einer zeitnahen Veröffentlichung siegt gelegentlich über das Lektorat. Dabei entstehen öfters auch sinnlose Sätze: „und dann habe auch mir gedacht“ (S.76). Schade: Der pointierte aber auch assoziative Stil des Autors wird dadurch zumindest nicht unterstützt. Ich habe mir darum bei der Lektüre sicherheitshalber die „Kurskorrektur“ aus dem Netz zusätzlich ausgedruckt.

    2. Akt Beschreibungen

    Viele gute Rezensionen sind im Netz erschienen - ich darf als partes pro toto auf die von Josef Bordat und Peter Winnemöller verweisen, die wirklich alles Entscheidende sagen. Jetzt könnte  ich noch meine Wertung abdrucken und fertig, also denn:

    Ein mutmachendes Buch eben weil es Negatives so deutlich beschreibt!

    Ich möchte aber im Folgenden  einige (!) wichtige Gedanken und Erfahrungen des Autors darstellen und durch eigenes erlebte flankieren. Da das Buch einzelne Baustellen je einzeln beschreibt, scheint mir dies auch angemessen.

    Heilige Zeichen

    Wenn ich an die Stärken unserer Kirche denke, dann fallen mir … unsere Zeichen und Rituale ein, schreibt Frings (S.63).  Und recht hat er.  Aber Zeichen müssen ehrlich sein und sie müssen verstanden werden. Ich ergänze: verstanden werden können. Oft wird ein Außenstehender, ja selbst ein „Insider“ nicht alle Aspekte einer Sakramentenspendung begreifen. Dennoch nur ehrliche Zeichen sind begreifbar. Der Autor erwähnt echte Kerzen gegenüber Teelichtern (S.68) und wie er nach und nach die Zeichen bei der Taufe (Salbung und Salzgabe) entdeckt. Ich möchte ergänzen, wie ergreifend ich es fand unserem Kind das Taufkleid anzuziehen - ich sage bewußt nicht anlegen, weil anlegen schnell zu auflegen wird!

    Sakramentenpastoral

    Unter der Überschrift „Grandhotel Erstkommunion“ beschreibt Frings die Situation der Erstkommunionskatechese und zitiert die „Kurskorrektur“:
    Mangels Alternativen einigen sich aber Fernstehende und Hauptamtliche darauf, einen Jahrgang lang - wenn die Kinder im dritten Schuljahr sind - so zu tun, als würde man sich wechselseitig glauben, was man sagt.
    Dem ist nichts hinzuzufügen - vielleicht doch: Das befriedigende Gefühl. daß unsere Tochter uns mit 7 Jahren mitteilte, daß sie mit einem befreundeten Priester vereinbart hatte, jetzt schon zu kommunizieren. Den Eltern gab dies die Ruhe manch spätere Bastelkatechese zu ertragen!

    Glaubenswissen und -praxis

    Ein guter Mensch sein, kann man auch ohne Kreuzzeichen und Gebet. Christ dagegen ist man nur mit. (S.72). An vielen Beispielen - so über das Betreten von Kirchen in Hundebegleitung - führt der Autor aus, welche Begriffsverwirrung es um das Wortfeld Glaube. Moral und Gutsein gibt.

    Alles in allem stellt der Autor - durchaus unterhaltsam zu lesende - Fragen an den Glauben der Kirche und seine praktische Umsetzung.

    Interludium 2: Die Gegenperspektive

    Jetzt möchte ich  hier aber einmal den anderen Thomas zu Wort kommen lassen - mich und das als Beispiel für viele Leute, mit denen ich rede. Für Menschen die einfach - um einen eher diskreditierten Begriff zu benutzen - fromm sein wollen. Die in der Liturgie nicht bespaßt werden wollen, die keinen Erklärbär alla „Jetzt machen wir das, weil…“ brauchen. Die einfach mal Ihre Ruhe haben wollen, die - ich sage es noch einmal -  einfach mal Ihre Ruhe vor Gott haben wollen. Da ist die stoische Norddeutsche, da ist der volksfromme Bayer und da bin ich, der ironische und polternde Rheinländer. Wir alle wollen vor Gott stehen, einfach so.

    Und dann lieber Thomas kehrt sich Dein Buch vielleicht um. Ich bin 52 Jahre alt, aber ich habe wenige Pfarrer erlebt, die mich nicht belehren oder gar unterhalten wollten. Doch ich bin Musiker.  Ich weiß, wo ich Unterhaltung finden kann, wenn ich sie suche. In der Messe will ich sie nicht. Und jetzt liegt die Frage auf der Hand: Haben nicht (mittlerweile) Generationen von Pfarrern, Katechetinnen und Bischöfen diese Besucher?/Gläubigen?/Sakramentempfänger? herangezogen, die das Event suchen und die einfach nicht mehr wollen und wissen, weil sie es eben nicht erlebt haben, daß die Messe, die Liturgie und das Gebet aus dem regelmäßigen Vollzug leben. Wenn diese letzteren dann aber erleben, daß mit pathetischen Worten, Zusammenlegungen und Pastoralplänen alle zwei Jahre das Heil neu in die Welt, oder zumindest in die Stadt kommt, aber das Heil ein sehr Lautes ist und ihnen dann auch wieder neu und laut erklärt wird, dann gibt es für viele - gerade um den Glauben zu bewahren - nur noch die Emigration; die äußere - und da gibt es zwischen neuen geistigen Gemeinschaften und Piusbruderschaft, ja einige Möglichkeiten - oder die innere Emigration. Das heißt dann: ich gehe vielleicht noch zur Anbetung, oder zur Vesper und meide im Gegenzug „Familienmessen“ und die Erklärbären im Weiheamt!

    3. Die Lösung:

    Nach diesen kritischen Worten kommt das Überraschende: Die Lösung die Thomas Frings vorschwebt ist auch ungefähr das, was ich mir denke. Frings schreibt (S.79): Und was wäre, wenn es mehr Optionen gäbe als nur „ganz oder gar nicht“? Wir brauchen eine gestufte Nähe (S.73), oder volkstümlicher ausgedrückt: Die Situation in unseren Gemeinde könnte so angelegt sein, wie die Kleidung in der Übergangszeit: zwiebelförmig. Im innersten Kreis könnte da so etwas wie die altkirchliche Arkandiziplin stehen. Müssen wir das innerste unseres Feierns, müssen wir die Eucharistie vor aller Augen abhalten? Brauchen wir etwas wie eine Ikonostase? Aber es gibt eben auch den zweiten Kreis (und das sehe ich vielleicht ein wenig anders als Frings?) Ich will auch einmal aus relativer Ferne einer liturgischen Handlung beiwohnen. Ich will manchmal einfach nicht „nach vorne kommen“. Ich will eigentlich nie in einen Werktagskirchenraum zusammengepfercht werden. Und selbst ich als begeisterter Sänger, möchte manchmal nur zuhören.

    Es schließen sich dann verschiedene Ringe, oder besser Segmente, der Nähe und Ferne an. Ganz außen steht dann etwas, daß man praeliturgische Feiern genannt hat. Da gilt es dann mit Frings ehrliche Zeichen zu setzen. Dies kann geschehen, wenn ich in der underground- Kunstszene mit Heiligenbildchen arbeite, oder wenn man in Kirchen um den Raum auszuloten bewußt modale Jazzimprovisationen einsetzt, die sich übrigens gut mit Gregorianik und einer Komplet, weniger gut mit z.B. Bach und einer Messe vertragen.

    Lieber Leser, laß uns hier weiterdenken, weiterarbeiten und je nach dem weiterbeten. Das Buch von Thomas Frings kann manche Richtung weisen.

    Epilog:

    Thomas Frings trat 3. Oktober 2016 als Postulant in eine Benediktinerabtei in den Niederlanden ein. Ich bin seit dem 8. Oktober 2016  Oblate einer (anderen) Benediktinerabtei in den Niederlanden.

                                                                                                  Thomas Baumann

    Labels: ,

    31.3.17

    Keine Freitagabendbrötchen!


    Kurz im Supermarkt gegenüber gewesen.

    Ich komme raus und sehe in der insupermarktkassennäheüblichen Bäckerei die Auslage, darinnen Brötchen.
    Diese sehen lecker aus.

    Ich nähere mich, doch vorher auch ein anders Paar.
    Diese lassen sich fünf der Geräte einpacken.

    Die Kasse zeigt an : 5 SCHNECKENSCHNITTCHEN.

    Ich faß es nich´! Dann eben keine Brötchen, wenn Ihr mich vera...en wollt.

    Naja, auch das Graubrot zuhause kann man essen!

    Labels: , ,

    28.11.16

    Der Hund des Odysseus


    Zum Einstieg in den Advent

    Labels: , ,

    2.9.16

    Kubikhochzeit


    Die bei unserer Silberhochzeit dabei waren, werden sich an den Kopf fassen und sagen: "schon wieder zwei Jahre her?!" - Ja, liebe dabeigewesenen: Auch Ihr werdet alt - und darum geht es:
    Gemeinsam alt werden!

    Ein Ehejubiläum heißt dankbar zurück und hoffnungsvoll nach vorne zu blicken, so weit so gut; aber es heißt auch: dankbar nach vorne zu blicken, denn da kommt ja noch was. Und es heißt auch hoffungsvoll zurück zu blicken, denn aus all dem Mist, den man eben auch gemacht hat, kann man selbst (selten aber doch) oder der Liebe Gott (dessen métier es ja nach Heinrich Heine ist) doch noch Gutes wirken. Daß Wirken dabei eigentlich eine handwerkliche Tätigkeit ist, nimmt ihm übrigens den Klang einer Allerweltsmetapher und führt zum wuselig, frommen Tun.

    Kubikhochzeit,

    33

    Jahre!

    Keine dümmliche Benennung eines Jubiläums nach Haushaltsgegenständen oder Pflanzenspezies, sondern das erreichte, das räumlich, solide vor einem stehende bietet den Bezug. Quasi ein vollzogenes Versprechen in 3D. Nach einem Jahr war schon die erste Kubikzahl erreicht, nach acht Jahren die zweite, aber siebenundzwanzig  ? Das hat schon was!


    1. Nachbemerkung: Klingt jetzt so, als sei das alles selbst erarbeitet. Weit gefehlt: Alles ist Gnade - deo gratias!


    2. Nachbemerkung: Sollte die holde Gattin jetzt einwerfen: "Kubikhochzeit - Du bist bescheuert!" - antworte ich ohne zu stolpern: "Weiß ich selber!"


    3. Nachbemerkung: Die nächste Kubikzahl ist 64 - also ranhalten!

    Labels: ,

    1.5.16

    Fadenbrüche im Wortweben


    Die Werbepraxis für Bordelle (wenngleich schamhaft "Saunaclub" genannt) scheint sich geändert zu haben - oder vielleicht auch nur bestimmte rechtliche Vorraussetzungen...

    Kurz meinte ich dabei, mein Frauenideal (jetzt das rein optische) sei auf dem Vormarsch.




    Letztlich scheint es sich aber doch eher um sprachlich Inkompetenz zu handeln. (Inkontinenz wäre jetzt übrigens ein schöner Verschreiber gewesen!).

    Zum Trost ein gestriges niederrheinisches Thekengespräch:

    "Kennze den eigentlich länger?"
    "Ne, besser!"

    Labels: , , ,

    18.9.15

    Die große Unverschämtheitsverschwörung - Eine nichtexistente Stadt schlägt zurück


    Vorgestern spielte ich an einem bekanntermaßen u-topischen Ort.

    lustig zu sehen, wie die Einheimischen (oder besser vielleicht: die Landschaftsumwohner  - wenn wir oben schon dem Humanismus gepflegt haben: die Periöken), den Anschein von international bekannter Stadt usw. aufrecht zu erhalten suchten,


    auch wenn es in ihrem Weltbild keinen englischen Künstler zu geben scheint!

    Wie spontan dies ganze für den Einzelfall aufgebaut wurde, ersieht man an dieser Unverschämtheit:



    Die Schlichtheit der dortigen Menschen zeigte sich dann besonders darin, daß sie die dargestellte Stadt augenscheinlich mit einer anderen  osteuropäischen Stadt verwechselten, die den selben Anfangsbuchstaben trägt:





    In summa: possierlich!

    Labels: , , ,

    17.7.15

    Kann etwas häßliches wahr sein?


    Jetzt mal vom (apokryphen?) Bonaventura Wort abgesehen:
    „Dicitur imago diaboli pulchra, quando bene representat foeditatem diaboli, et tunc foeda est.“
    [Man nennt das Bild des Teufels schön, wenn es die Häßlichkeit des Teufels gut wiedergibt und also häßlich ist]

    Kann etwas, das einem sprachlich häßlich entgegen tritt, dem Guten dienen?
    Ich Mensch des Mittelalters denke: nein!

    Aber was mache ich dann - ich; dem Naturschutz wichtig ist; ich, der weder Auto noch Führerschein sein eigen nennt - also was mache ich, wenn mir dieses Ungetüm entgegen tritt?


    ökumenischen Pilgerweg für Klimagerechtigkeit 

    Irgendjemand eine Idee?

    Labels: ,

    1.6.15

    Auch wenn der ganze Schnee verbrennt...


    ...bleibt uns noch die Asche.

    Labels: , ,

    2.4.15

    Nachtanbetung


    Zu meiner Freude an der Sakramentalen  Anbetung hab´ ich mich schon geäußert - kurz gesagt: Das gute daran ist, da quatscht mir keiner rein! (Lang und kabarettisitisch hier)

    Ich bin um 1.00 Uhr dran und der Pastor sagte, ich solle dann an die Schwarzen übergeben. Schwarze Gestalten?
     in dunkler Kleidung?
    Die nachts in einsamen Kirchen ihre Riten feiern?

    Na ganz so hat er´s nicht gesagt sondern: "Übergeben sie dann an die afrikanischen Schwestern." Puh - Glück gehabt!

    Und dann ist da natürlich noch die Frage. Welche Krawattenfarbe trägt man dazu? Gründonnerstag zur Messe natürlich weiß/gold. Aber "Die Anbetung nach Mitternacht sei ohne Feierlichkeit" so höre ich den Schott sagen, Also: blutrot bis schwarz? Sakramentales schwarz?  Ich weiß es noch nicht. Mal sehen wie ich mich entscheide.

    Frohes Triduum zusammen!

    Labels: , ,

    22.3.15

    Von der Milde des Volkes Gottes


    "servus tuus sum ego da mihi intellectum"

     betet der Psalmist (118/125) und so tut es ihm mancher nach:

    "Ich bin Dein Angestellter, gib mir doch bitte Verstand!"

    Wie oft aber erleben wir in Sonntagspredigten die Vergeblichkeit dieser Bitte - und was dann?
    Dann greift sie, die clementia des Gottesvolkes, denn kurz nach manchem gescheiterten Predigtversuch bittet dieses auserwählte Volk - eines Herzens und eines Sinnes - für den Priester: "Der HErr sei...mit Deinem Geiste!"

    Ich ergänze:

    O HErr, schenk doch Gelingen!


    Labels: , , ,

    11.2.15

    Vorkarnevalistische Positionsbestimmung




    Stellen Sie sich vor, Sie kommen (wie ich) vom Rhein und haben (wie ich) mit Karneval nicht viel am Hut. Ich weiß, das ist eine seltsame Kombination, aber wie mein Beispiel lehrt, doch immerhin prinzipiell im Rahmen der Möglichkeit. Insbesondere Umzüge und der Sitzungskarneval langweilen Sie zutiefst. Irgendwann dämmert dann ganz weit hinten in ihrem  Kopf der Gedanke auf, eigentlich gibt es nichts so Schlimmes wie den Karneval. Doch noch bevor die Wolken dieses Gedankens sich verfestigt haben, wird Ihnen das Gegenargument begegnen. Das fleischgewordene Gegenargument zur These „Karneval ist das Schlimmste überhaupt“ ist - der Karnevalshasser. Unabhängig zu welcher Untergattung er dabei zählt, ob es der fromme Protestant ist, dem das Ganze zu katholisch und zu leiblich ist, ob es der Zeuge Jehovas ist, der Feiern an bestimmten Terminen sowieso schon für böse hält oder ob´s der wohlsituierte Bürger ist, der vor dem tobenden Pöbel auf die einsame Skihütte flieht, alle verbindet sie eins: der moralinsaure Ton  und der Blick, der gleichzeitig traurig-entsetzt und arrogant ist. Sie können mir nicht folgen? Spielen Sie bitte kurz in Gedanken mal Folgendes durch – und ich kenne von diesen Menschen keine Äußerungen zum Thema Karneval, das heißt, auch ich muß somit dieses Spiel mit Ihnen zusammen spielen – also stellen wir uns vor: Eugen Drewermann wird zum Thema Karneval befragt. Was wird der wohl sagen? Sehen Sie, genau das meine ich!


    Von hier

    Labels:

    18.12.14

    Von arroganten Namensgebungen und katholischen Freikirchen




    Immer schon ist mir die Namensgebung mancher Freikirchen aufgestoßen – ach ja, alle Namensbeispiele im folgenden stammen aus meiner Heimatstadt – da gibt es die „Gemeinde Gottes“, da gibt es die „Jesus Gemeinde“. Die Leute in diesen Gruppen sind nett ihre Ansichten fromm. Nie muß man z.B. über die Jungfrauengeburt streiten – „steht ja schließlich in der Bibel“ – was sie weit über viele (wäre „fast alle“ übertrieben?) meiner Mitkatholiken, oder gar der evangelischen Landeskirchler hebt. Tod Christi für die Sünden? Leibliche Auferstehung? D´accord! Dennoch bleiben diese Namen. Was ist es, was mich stört? Nun es ist das ausschließende: Wer sich selbst Gemeinde Gottes nennt, sagt eben auch: Die anderen sind das nicht – zumindest nicht so richtig! Wer sich selbst Jesusgemeinde nennt, impliziert: Die anderen haben Jesus nicht, zumindest nicht so ganz!

    Früher war das übrigens auch mal evangelischer Großkirchen-Topos, wie eine evangelische Christuskirche in meiner Heimatstadt bezeugt, die aber in der Zwischenzeit nicht mehr existiert. Ebenfalls kann man es nicht vergleichen mit Kirchenpatrozinien oder –namen, die Aspekte des Heilshandelns Christi betonen. Die „Heilig-Blut-Kirche“ (RIP), in der ich gefirmt wurde oder die evangelische Erlöserkirche (die ja fast schon auf uralte Salvator-Patrozinien zurückgreift) seien genannt.

    In Summa und aller Kürze: Wer sagt, wir sind Christuskirche, wir sind Jesusgemeinde, der spricht es allen anderen ab. Wie gut daher, daß es so etwas bei uns Katholiken nicht gibt (Lk 18/11); Wie gut also, daß es keine Ordensgemeinschaft gibt, die sich zum Beispiel „Gesellschaft Jesu“ nennt

    Labels:

    5.11.14

    Ortsangaben eine unbekannten italienischen Stadt


    Viale Don Anoldo il Doge

    San Michele ad muscolos

    SS Luciano & Fortunato

    Labels: ,

    16.6.14

    venturus est - vom Trost der Ruhrgebietssprache


    1. Proslogion:

    Gezz vorwech ers´ma, watt (*Hochdeutschgenerator an*) wir hier in Dinslaken sprechen, ist nur noch zum Teil Ruhrgebietsdeutsch. Der Klang ist gegenüber - sagen wir mal Recklinghausen - ein eher anderer. Der eher dumpfen westfälisch/polnische Färbung dort steht hier schon rheinisch schwirrender Sprachklang gegenüber, aber grammatisch gibt es hier noch echte ruhrdeutsche Bildungen.

    2. Quaestio

    Im Gottesdienst zum Dreifaltigkeitstag höre ich "der ist, der war und der kommen wird". Klar der ist der war und der sein wird geht nicht, zumindest letzteres hat dann keine persönliche Relevanz. Aber: Ist der kommen wird als Akt nicht genau so bezuglos zur Gegenwart in der Zukunft liegen. Gut ein hebräisches "jabo´" gibt vielleicht eine andere Bedeutung her, aber das hilft mir auf deutsch nicht weiter.

    3. Conclusio

    Die Lösung liegt im Pottdeutsch: Richtig venturus esse muß heißen: am Kommen sein! Also liegt das Heil - zumindest das grammatisch solche - im Pott: "Der ist, der gewesen war und der am kommen ist" - o sacra inculturatione!

    Labels: , ,

    29.4.14

    Antiziganistisch


    Wenn dies geht.....



    warum geht dann "Zigeunerschnitzel" nicht?

    (Und der Satz "weil Paprikastücke in warmem Ketchup einfach widerlich sind", trägt - so richtig er auch ist - nichts zur Klärung bei!)

    Bevor jetzt jemand meint der Dilettant spinnt - was er ja vielleicht trotzdem tut -, guckt er hier!

    ---------------
    Update:

    Labels: , ,

    IBSN: Internet Blog Serial Number 3-111-11000-8