«Internet è come un immenso magazzino (di informazioni), ma non può costituire di per sé la "memoria"» (Umberto Eco) --- «Ecco, aiuto io!» (Dilettantus Didymus)

Thomas sein Abendland

Was so wichtig ist zwischen Vatikan und Niederrhein

C+M+B*2008

30.7.08

Im Kloster

Nachdem ich eine kurze Woche in der Abtei Mariawald/Eifel verbracht habe, hier nun endlich die Reflexionen!

Also wie es sich für einen Dilettanten gehört: wirr zur Sache!

Nun ich war schon öfter für einige Tage in Klöstern, z.B. in Gerleve oder Chevetogne - der eigentliche Unterschied ist, daß Mariawald in Zisterziensischer, genauer Trappistischer Tradition steht. Was heißt das? Auf den ersten Blick es ist ein Kloster, wie es sich der Spiegelleser vorstellt: Vor 4.00 Uhr aufstehen, kein Fleisch bei den Mahlzeiten etc. - doch sehen wir genauer hin:

Großer und rationaler Klosterbetrieb

Zum Trappistenbetrieb gehört Handarbeit. Sich nur auf Bildungshäuser, Forschung etc. zu beschränken ist nicht vorgesehen. (anders als in vielen großen Benediktinerabteien). Das führt dazu, daß die Klosterfläche sehr groß ist. Da das Kloster Forst- und Fleischwirtschaft betreibt, einen Likör braut, Kosmetik und Süßigkeiten vorstellt, ist die Fläche der Arbeitsgebäude im Verhältnis zur Zahl der Mönche deutlich größer als z.B. in Chevetogne - mit immerhin Doppelt so vielen Mönchen - oder als in Gerleve (mit der ca. vierfachen Zahl). Dazu kommt ein aus historischer Sicht witziger Punkt: Um das Kloster ist der Nationalpark Eifel, dieser wird gerade systematisch verwildern gelassen um die Einheimische Flora wiederzugewinnen. Wir haben also ein Bild wie im Mittelalter: Der Urwald ringsum - der rationale Klosterkomplex in der Mitte.

Konsequente Zeiteinteilung

Auffällig ist die Zeiteinteilung: Während in den meisten Konventen Gebetszeiten zusammengefaßt werden, zumindest gerne Vigilien und Laudes (Chevetogne geht da - allerdings unter ostkirchlichem Einfluß - zum Teil noch viel weiter), finden in Mariawald die Gebete nicht nur alle statt, sondern auch alle möglichst an ihrer Zeit. Da ist dann halt zwischen Vigil und den Laudes zwei Stunden Pause und so beträgt die längstmögliche zusammenhängende Arbeitszeit für Mönche dann höchstens drei Stunden und aufgrund der relativ vollständigen Chorpräsenz ist auch nicht mit protestantisierenden Arbeitsexzessen zu rechnen.

"karge", marianische Liturgie

Für Liturgieästheten ist der zisterziensisch Weg zuerst einmal eine leichte Enttäuschung: die Kirche karg, kein Turm nur ein Dachreiter (alles durch die Regel vorgeschrieben), die Liturgiesprache fast vollständig deutsch (außer bei den Chorälen der Messe -> nächster Punkt), aber dann entdeckt man doch auch die Reize und sagen wir Konsequenzen: Im Chor gibt es keine Kniebänke, d.h. Knien ist halt so bequem oder unbequem, wie es an sich ist. Die Glockensignale werden mit Seilen aus der Kirche gegeben; wie schwer muß es sein vor den Sonntagsnachmittagswanderern Pathos und Theatralik zu verhindern? Und die Kargheit führt augenscheinlich zu einer gewissen Unbekümmertheit, z.B. anderswo aufgebauschte Fragen wie Hand- oder Mundkommunion, im Stehen oder Knien, spielen keine Rolle: Alles kommt im Konvent und in der kleinen Restgemeinde vor.
Eine weitere Folge der Kargheit ist wohl die Stille, oder volkstümlich ausgedrückt: Die Jungens haben die Ruhe weg! So dauert die Werktagsmesse ohne Predigt und viel Gesang locker eine Dreiviertelstunde. Die Vigilien - ohne Laudes (!), dafür mit zwanzig Minuten Stille nach der ersten Lesung fünf Viertelstunden.
Die Kargheit ist dann sofort vorbei, wenn es um die Gottesmutter geht: Die marianischen Versikel und Antiphonen sind auf Latein und nach der Komplet ist ist das salve regina natürlich jeden Tag in der Zisterziensischen Langform! Gewöhnungsbedürftig ist der Beginn der Horen: Vor Herr öffne meine Lippen, Kreuzzeichen o.ä. steht grundsätzlich ein Mariengruß!


Zisterzienserchoral

Er enthält einige Archaismen und Besonderheiten über die ich hier nicht viel schreiben will, eins fällt aber ins Auge: Die Strenge mit der Melismen besonder am Schluß vermieden werden. Ein Beispiel
so gregorianisch. Im OCist-choral endet das ganze mit einem (!) Ton auf dem letzten -num. Das ganze anschließende Melisma entfällt!
Wer sich hörtechnisch informieren will, muß wohl das hier erwerben.

Klöstergemeinschaft

Ein letzter Punkt: Während die alten Benediktiner Klöster selbstständig sind, sind die Trappisten doch stärker gemeinschaftlich organisiert. Woran sieht man das? Nun am Klosterladen, der anders und gegen die oft esoterische Klosterladenwelle, nahezu ausschließlich Trappistenprodukte verkauft und die relativ preiswert. Dasselbe gilt auch für die Klostergaststätte, doch der Abschluß soll den Mitbringseln dienen....
Voila:

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5.5.08

Scipio hat´s ja berichtet, aber manche Bilder darf man auch im Original den geschätzten Leserinnen nicht vorenthalten.


via

p.s.: Mit dem Bistum Erfurt wird hier aus Gründen der besseren Lesbarkeit auch für Leser die weibliche Form "Leserin" gebraucht.


Nachbemerkung 7.5.: Andauernd fehlt mal das erste, mal das zweite Bild im Originalblog - ich ändere es jetzt nicht mehr. Also: gemach!

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17.1.08

musica medievalis


Doch noch ein ganzes Graduale gefunden (1961 pdf)!

Und die Cantigas di Santa Maria!!

Alles über diese herrliche Seite!!!

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20.12.07

Krippe die Zweite

Unser Krippenbild in der zweiten Adventswoche - Und da unsere Krippe nur zwei nichtmännliche (eigentlich sogar nur einen!) Köpfe hat haben wir, die bereits vorhandene Maria miteingeschlossen.


Der Engel braucht natürlich eine Harfe und Maria hat auf Verkündigungsbildern immer ein Buch. Auf unserem Bild übrigens ein Faksimile des Kodex 2484 der Stiftsbibliothek Melk. Ein im 15. Jhdt. in Ferrara entstandenes "Psalterium", das die mariologische Deutung gleich in die Psalmen schreibt. So beginnt z.B. Psalm 4: cum invocarem exaudivit me Domina.

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12.12.07

Manchmal muß man auch mal widersprechen.

Heute feiern wir das Fest der Muttergottes von Guadalupe

Dem Musiker fälllt zweierlei ein:

Riu riu chiu, la guarda ribera;
Dios guardo el lobo de nuestra cordera,
Dios guardo el lobo de neustra corder
a.

Und vor allem das!

Hinweisen sollte man auch auf das spanische Original!


Ein Bildchen folgt beim Maxistrant.

Bedenkliches hier.

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30.11.07

In A. Lorenzers Buch "Das Konzil der Buchhalter" habe ich vor ca. 20 Jahren das erstemal davon gelesen, jetzt habe ich sie im Netz gefunden.
Die Verehrungsfließbänder in der neuen Kathedrale von GuadelupeLorenzer wörtlich:
Für die Volksverehrung ist der Korridor vorbereitet durch vier Reihen von Rollbändern...Der Versuchung, vor dem Gnadenbild zu knieen, ist mithin ein Riegel vorgeschoben.

p.s.: Erstmals weiß ich nicht auf welches Blog das gehört; also kommt´s auf Heiligenbildchen und ins Abendland.

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21.11.07

Der besten Freundin zum Ordensjubiläum

und uns allen zum heutigen Fest:

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17.11.07

Aparecida

Manchmal ist es (1.) wichtig Zigarren zu kaufen und (2.) neugierig zu sein. Und dann fragte ich die Verkäuferin, was das für eine Marienmedaille sei, und das war die Lösung.

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20.8.07

Ordentliche Rheinländer??
Ja sowas gibt es neuerdings:
In Kevelaer herrscht seit einiger Zeit Ordnung
Auch die leere Gnadenkapelle wird nur beim Schild "Eingang" betreten;
kann ja nicht jeder beten wie er will!

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15.8.07

assumpta est Maria in caelum


Eigentlich ist Tizian garnicht meine Sache, aber dieses Bild in seiner Umgebung in der Frarikirche in Venedig und dazu hört man dann automatisch die Gonzagafanfare aus der Marienvesper Monteverdis (dessen Grab - siehe oben - ja in derselben Kirche liegt). Oder aber natürlich geht auch das Proprium des Tages aus den Gradualia von Byrd! Jeder ist wohl auf eine andere Art zur Marienverehrung gekommen - bei mir war die Musik der Weg!

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21.11.06

Praesentatio Mariae

Nach dem apokryphen Jakobusevangelium (Kap 8f) verbrachte Maria ihre Lebensjahre 3- 12 im Tempel. Ein eigenwilliges Fest - letztendlich unhistorisch, aber wunderschön und ganzkirchlich, daher nun ein byzantinischer Text:

The most pure Temple of the Savior;
the precious Chamber and Virgin;
the sacred Treasure of the glory of God,
is presented today to the house of the Lord.
She brings with her the grace of the Spirit,
therefore, the angels of God praise her:
"Truly this woman is the abode of heaven."


Kontakion im 4. Ton (von hier)

Und der besten Freundin alles Gute zum Profeßtag!

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