«Internet è come un immenso magazzino (di informazioni), ma non può costituire di per sé la "memoria"» (Umberto Eco) --- «Ecco, aiuto io!» (Dilettantus Didymus)

Thomas sein Abendland

Was so wichtig ist zwischen Vatikan und Niederrhein

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    9.7.12

    Urknall und Gartenbau , Evolution und Sprachschaffen


    Thesen, Einsichten und Provokationen zu einer Diskussion beim Predigtgärtner


    1. Die Evolutionstheorie verbreitet sich (wie wahrscheinlich alle naturwissenschaftlichen Theorien?) nicht durch Überzeugen, sondern durch Glauben.

    1.1.  Im praktischen Leben geht es meist auch gar nicht anders.
    1.2.   Wem der Begriff „Glauben“ zu hart ist, der ersetze ihn mal probeweise durch „in anderen Zusammenhängen vorausgesetzt werden“.

    2.        Evolutionstheorie und Urknalltheorie bedingen sich nicht

    2.1 So wie sich z.B. Evolutionstheorie und Sozialdarwinismus nicht bedingen müssen
    2.2. oder doch?

    3. Das Problem bei der Evolution ist – laienhaft ausgedrück – wo kommt die Information her?

    4.  "Urknall" steht dem Christentum näher als „steady state“

    4.1. Zu einer creatio ex nihilo kann der Naturwissenschaftler mit seinen Mitteln nur so hässliche            Ausdrücke wie „Big Bang“ finden.
    4.2 „Ewiger Kreislauf“ ist eher Hinduismus als Naturwissenschaft. Allein das Wort „ewig" macht stutzig.  - Wir Katholiken und Atheisten lieben es weniger groß!

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    Update so ca. 50 Minuten später - die Blogoezese wird halt immer größer:
    Hier schreibt sophophilo (warum eigentlich nicht sophophilos?)
    zur Evolution
    und zum naturwissenschaftlichen "Theorie"-Begriff
    -------------------------------------------------------------------
    10.7. No´n update

    4 Comments:

    Anonymous Anonym said...

    Zitat:
    1. Die Evolutionstheorie verbreitet sich (wie wahrscheinlich alle naturwissenschaftlichen Theorien?) nicht durch Überzeugen, sondern durch Glauben./Zitat

    Grossartige Aussage und so richtig! Vor allem in Mathematik, Chemie, Physik und Biologie wird ja alles durch glauben verbreitet.

    Wer nicht glaubt, dass PI=3,1415... ist, wird vom Mathelehrer bestraft.

    Wer nicht glaubt, dass CH4O Methanol ist und es trinkt, wird mit Blindheit und Tod bestraft.

    Wer nicht glaubt, dass die Formel für den Bremsweg stimmt, wird mit Blechschaden oder schlimmerem bestraft.

    Aber wer nicht glaubt, dass die Evolutionstheorie funktioniert kann trotzdem mit Medikamenten, die auf Basis der Evolutionstheorie entwickelt worden sind (z. B. Zelboraf) von seinem Krebs geheilt werden.

    Alles Glaubenssache!

    14:27  
    Anonymous Maria Magdalena said...

    Danke für den Hinweis! Ich hab' den Bloggerkollegen gleich in meine Liste mit aufgenommen.

    22:57  
    Blogger Phil said...

    Lieber dilettantus,

    ich antworte mal auf die Punkte. Wenn diese etwas schärfer formuliert sind, erklär es Dir damit, daß es acht Uhr morgens ist ;)

    1.) Das ist eine dumme Aussage. Auch der Glaube verbreitet sich durch Überzeugen. Natürlich verbreitet sich die Evolution durch Überzeugen. Und was heißt "verbreitet"? Sie ist kein "Wachturm"-Heftchen. Die Evolution wird an Schulen gelehrt, weil sie das beste säkulare Konzept zur Entstehung der Arten ist, was wir haben. Sicherlich gibt es da Fragestellungen, die gibt es aber auch in der Quantenmechanik, trotzdem wird man nun nicht anfangen, Deepak Chopra den Kindern beizubringen (wait, tut man... :( )

    1.1) Natürlich ist es so, daß die Naturwissenschaft auch einen Satz von Grundannahmen annimmt, bspw weil sie sich bewährt haben.
    Vielleicht ist, was mich stört dieses "alles ist Glauben", denn es impliziert zu stark eine simple emotionale Bindung. Doch wir beide hatten ja vor einiger Zeit den Punkt von Wegen Glaube und Vernunft (cf Bloggertreffen) und kamen zum Schluß, daß Christentum eben nicht einfach auf Glauben aufbaut. In der Hinsicht finde ich es viel wichtiger aufzuzeigen, daß das katholische Christentum bspw ebenfalls mit bewährten (mehr noch, offenbarten!) Grundannahmen, den Dogmen, arbeitet und darauf eben nicht nur eine Gefühlsduselei, sondern wirkliche Wissenschaft betreibt.

    2.) Richtig, Urknall und Evolution bedingen sich nicht (imho anders als Evolution und Sozialdarwinismus).

    3.) Richtig, das ist die offene Frage der Evolution. Jedoch finde ich, wir Christen sollten uns nicht auf dieser Frage ausruhen. Es mag sein, daß die Evolution irgendwann auf einen Determinismus (und nicht auf dieses komplett bekloppte Konzept Zufall) zurückführbar ist, und das in seiner Gesamtheit. Wobei ich hier meine Zweifel habe, ist es doch auch bspw. schwer, komplexe biochemische Prozesse mit reiner Quantenmechanik zu umschreiben. Mit steigender Emergenz muß man die Systeme anders beschreiben.

    08:16  
    Blogger Phil said...

    4.) Das stimmt, wir sollten jedoch nie vergessen, daß ein Thomas von Aquin, angesteckt von Aristoteles, sehr wohl mit einem statischen Universum auskommen konnte. Wichtig ist, daß man Gott außerzeitlich sieht. Gott ist transzendent, dann "paßt" er (eben nicht ;) ) in ein statisches, unbegrenztes Universum wie auch in ein endliches.

    4.1 Was ist gegen "Urknall" zu sagen? "Schöpfung aus dem Nichts" klingt auch nicht viiiiiel besser. Mag aber auch der Sprengstoff-Freund in mir sein, der so denkt...
    Was, nebenbei gesagt, hier mich immer wieder wundert, ist, wie oft heute von Theologen das Argument für Gott "Something cannot come from nothing" angebracht wird (wie man merkt, primär in der englischsprachigen Debatte). Wir glauben an eine Schöpfung aus dem Nichts! Wir glauben daran, daß Gott diese Welt aus dem Nichts geschaffen hat! Da das Universum aus dem NICHTS, und nicht aus GOTT geschaffen ist, ist der Ansatz, der mit obiger Floskel (man solle doch hinter dem Urknall sofort Gott vermuten) nicht wirklich zielführend. Dazu gleich mehr.
    4.2 Wieso macht das Wort Ewig uns stutzig? Ich mein, Gott ist auch überzeitlich. Oder meinst Du eher "unendliche Zeiträume"?

    Ich möchte zu der Debatte allgemein etwas sagen. Irgendwas ist irgendwann kaputtgegangen. Wir Katholiken haben durch die Jahrhunderte in der Wissenschaft aktiv mitgewirkt, waren bei vielen Entdeckungen wegbereitend.
    Die Katholiken haben diese Welt, diese Schöpfung Gottes untersucht, WEIL sie die Schöpfung Gottes ist, nicht auf einer verzweifelten Schnitzeljagd nach Hinweisen auf Gott (oder um in dramatischer Verzweifelung ein Weltbild zu erhalten). Als damals mit den griechischen Philosophen ein statisches Universum präferiert wurde, dachte man sich nicht "SO STEHTS NICHT IN DER BIBEL", auch wenn wir von Gallilei etc. absehen, kann man dasselbe zum heliozentrischen Weltbild sagen (es sei nur daran erinnert, daß Bonaventura schon ein Vertreter desselben war, ebenso (TADAAH!) der Bischof von Kulm, Thiedemann Giese - als persönlicher Freund von Kopernikus). Es war eben KEIN Kampf Glaube vs Wissenschaft.

    Kein Wunder, glauben wir doch an einen Kosmos, an eine heilige Ordnung im Universum. In der Hinsicht kann jeder Aspekt, der dieses Universum nur noch mehr erklärbar macht, uns freuen, erkennen wir doch einen weiteren Teil der Ordnung. Aber auch jeder Aspekt, den wir noch nicht erklären können, ja, Dinge, wo vllt unsere heutige wissenschaftliche Sicht noch nicht weit genug reicht, können uns erfreuen, zeigen sie uns doch neue Horizonte, die es zu entdecken gilt. Zu diesem Denken sollten wir wieder kommen. Wir sollten nicht bei jeder Entdeckung der Forscher (wie jüngst beim Higgs-Boson) erstmal wieder eifrig betonen, daß man vorsichtig sein soll, damit die Welt erklären zu wollen, wir müssen wieder beginnen, die Wissenschaft für uns "einzunehmen". Sicherlich muß die Kirche, wie damals bei Gallilei oder Giordano Bruno, gegen falsche theologische Implikationen sich zur Wehr setzen, der wissenschaftliche Kenntnisstand jedoch ist erstmal etwas Wunderbares.

    08:16  

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