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Thomas sein Abendland

Was so wichtig ist zwischen Vatikan und Niederrhein

  • Alle Rechtschreibefehler sind beabsichtigt und tragen zur allgemeinen Erheiterung der Leserschaft bei!
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    16.2.12

    Wie mich der Karneval einmal von Nikotinkonsum und Kneipenbesuch bewahrte

    Ein Gesinnungsaufsatz

    Einst schlug ein weiser Franzose vor, daß englische Fremdwort sex durch das gut französische frigidité wiederzugeben und wollte damit ausdrücken, daß der organisierte, kommerzbestimmte Gebrauch einer an sich lustvollen Sache in das Gegenteil umschlagen kann.

    So erging´s denn auch mir – beziehungsweise es ist gut rheinisch gesprochen gerade am Ergehen:

    Der Freitag ist, wie ja schon der Name sagt, mein freier Tag. Ich nutze diesen Tag daher gerne, um nach dem Besuch des Wochenmarkts in ein Etablissement zu gehen, welches Bier und andere Getränke glasweise verkauft. Des weiteren überkommt mich am Donnerstagabend, wenn das Wochenwerk vollbracht ist (und nun sage keiner: dieser Glückspilz, diewiel der Musiker gerne wiederum auch am Samstag oder Sonntag zu arbeiten pflegt); also donnerstags abends, wenn das Wochenwerk vollbracht ist, überkommt mich häufig, so auch heute, das Bedürfnis, eine schöne Zigarre zu rauchen. Dies tue ich üblicherweise in einem anderem als dem genannten, aber doch auch Einzelglasgetränkeverkaufsetablissement. Dieses liegt so gegen 18 oder 19 Uhr gerne im Dämmerlicht und strahlt eine ganz eigene Ruhe aus. Um die Zigarre nicht so ganz trocken runterzuwürgen, ergänze ich sie dann gerne durch zwei Gläser Weinschorle oder auch einen Calvados. Das bunuelsche Diktum „die Bar ist die Schule der Einsamkeit“ auf dem Herzen bewegend, verbringe ich dort eine, höchstens zwei Stunden in stiller Behaglichkeit.

    Doch weh mir! Was soll ich heute tun? Schon als ich heute von der Schule nach Hause kam, wiesen mir vermummte weibliche Gestalten, daß das Wort Altweiberfastnacht durchaus nicht nur symbolisch gemeint sei. Vom Marktplatz dröhnte von einem Life-Schlagzeuger begleiteter Retortenschlagerlärm in die zu dem Zeitpunkt noch vorhandene sprühnebeldurchzogene Leere der Innenstadt. Jetzt jedoch wird in jeder Gaststätte und an jeder Ecke lärmerfülltes Rumgeschlager, Geschmack- wie Trommelfell des Besuchers bedrängen. Also keine Zigarre in aller Ruhe und der damit verbundene Calvados muß im Heimtrunke genommen werden.

    Doch auch am morgigen Tage droht Ungemach. So stand in der Wirtschaft am Marktplatz verzeichnet, daß dem Wirte, da er ja in den Karnevaltagen viel zu viel zu schuften habe, nicht zuzumuten sei, den nachmärtktlichen Frühschoppen auszurichten. Und auch in den folgenden Tagen wird sich das Bild nicht wesentlich verändern. Munter kostümierte Spießer und düsenjägerstartlaute Schlagerkonserven werden für mich wahrscheinlich dann doch einen undurchdringlichen Feuerring um Zapfhähne und Thekenbesinnlichkeit legen.

    Und so erfüllt sich dann letztlich - zur Verblüffung mancher - die Überschrift „Wie mich der Karneval einmal von Nikotinkonsum und Kneipenbesuch bewahrte“.


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    1 Comments:

    Blogger ad tiliam said...

    1. "Weiberfastnacht" versus "Altweibersommer"
    2. "Kampfstrahlflugzeug"

    23:14  

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