«Internet è come un immenso magazzino (di informazioni), ma non può costituire di per sé la "memoria"» (Umberto Eco) --- «Ecco, aiuto io!» (Dilettantus Didymus)

Thomas sein Abendland

Was so wichtig ist zwischen Vatikan und Niederrhein

  • Alle Rechtschreibefehler sind beabsichtigt und tragen zur allgemeinen Erheiterung der Leserschaft bei!
  • C+M+B*2017*

    22.3.14

    Les Temps des Cerises



    Thomas Baumann

    Les Temps des Cerises

    Eine rein absurde Einstiegsszene, ohne weiteren Nutzen,
    aber mit einer 20%igen Surrealismusbeimischung

    „Es sang in mir“
    (Gryphius)




    Es war im Garten der Frankfurter Äpfelweinschenke „Roth-Schelder“. Gerade hielt ich ein neues Glas Getränkes in der Hand, da setzte sich das Mammut neben mich. – Das Mammut? – Das Mammut!

    Man muß hier einfügen, daß Äpfelwein auf die Wahrnehmung des Zechers gelegentlich unschöne Einflüsse nimmt. – Aber was war das jetzt?

    „Ruhig und sachlich“ sagte ich mir. Nun: es war zwar erst die neunte Stunde, und: es war auch erst das fünfte Glas – aber andererseits war es doch für den Monat sehr warm und dann ohne Kopfbedeckung in der prallen Sonne, und außerdem sind Mammuts bekanntlich ausgestorben. Also: na ja, „Kellner, bringen Sie …!“

    Moment – okay, es gibt keine Mammuts mehr, aber wieso kreischen dann alle im Garten so panisch? Und wo ist der verfluchte Kellner? Und? Aber! Andererseits!!    ?    !

    Also gehen wir das Ganze mal logisch an (bitte „loggisch“, nicht „lohgisch“)! “Der Widerspruchsbeweis ist der König aller Beweise!“ hörte ich die Stimme meines alten Mathematiklehrers  sagen – trotz dieser Metapher übrigens ausgewiesener Demokrat. - und beschloß diesem Worte errötend zu folgen.

    Nehmen wir an das da neben mir (ddnm) ist kein Mammut (sei ddnm Mammut).
    Frage: kann ich mir ddnm = M dann nur vorgestellt haben?
    Argumentation (für den Leser entformalisiert):

    (1) Zweifelsohne ist es möglich, sich Mammuts vorzustellen, aber undenkbar ist es, daß das von mir (und zwar mir) vorgestellte Mammut andere erschreckt. Darüber hinaus wissen wir,

    (2.) daß phantastische Tiere in Städten Angst und Schrecken verbreiten, nicht jedoch in Gartenschänken Platz nehmen.

    Ergo: ergibt sich (3.) ein Widerspruch zur Ausgangsannahme, d. h., das Vieh neben mir existiert real, nicht nur in meiner Vorstellung! – Hm, real, nicht nur in meiner Vorstellung?

    „Darf ich mich vorstellen?“, bemerkte das Mammut „Seidenweber, Dr. Seidenweber, und mit Verlaub, so etwas passiert mir andauernd!“ Dann zog Dr. Seidenweber ein Futteral aus seiner Weste, entnahm diesem eine Zigarre – Format Demi Corona, entfernte sorgfältig die Spitze und steckte die Zigarre quer in den Mund. Mir erschien dieses Verfahren ein wenig unpassend; andererseits konnte ich mir auch nicht vorstellen, wie ich vor 20.000 Jahren in den Tundren Alaskas an Streichhölzer gekommen wäre. Wohlig grunzend entließ der Doktor einige zarte Rauchwölkchen aus seinen Ohren. (Wieso eigentlich Rauch, wieso Ohren?)
    „Das Dumme ist nur, daß der Kellner halt auch weg ist!“ Dieser Beobachtung war nun nicht zu widersprechen.

    Ich muß zugeben, daß unser weiteres Gespräch oft stockte, ja eigentlich gar nicht so richtig in Fahrt kam. Eine Eigenschaft, die manche Akademiker mit beinahe allen Fußballfans teilen ist ja bekanntlich, daß sie die Themen der anderen nicht zur Kenntnis nehmen und andererseits wiederum nicht verstehen, wie sich jemand nicht für Abseitsfallen oder Wurmfarngenetik interessieren kann.

    Irgendwann tauchte dann schließlich  ein Kellner auf und brachte – Dr. Seidenweber schien hier dann doch bekannt zu sein – ein großes Glas Pfefferminzliqueur, auf Eis, mit eingelegten Kirschen. Dieses neonbuntschillernde Getränk in dem rustikalen Ambiente empörte mich gleichsam. Ich verabschiedete mich also unauffällig und höflich, aber schnell.

    Als ich ein paar Schritte gegangen war, zuckte ich zusammen; ich hörte ihn singen: „La dam-me vor-tüh-ne.“ Ich ging weiter, denn wer liebt schon Kirschen?





    Dr. Stefan Lücking zum Fünfzigsten
    Er wird wissen wieso!

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    2 Comments:

    Anonymous wasmachtderrollmopsimrauchfass said...

    Um Fortsetzung wird höflich gebeten.

    12:58  
    Blogger ad tiliam said...

    Pff. Kann ich auch:
    http://adtiliam.blogspot.de/2014/03/von-fleisch-und-geist.html

    00:08  

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