«Internet è come un immenso magazzino (di informazioni), ma non può costituire di per sé la "memoria"» (Umberto Eco) --- «Ecco, aiuto io!» (Dilettantus Didymus)

Thomas sein Abendland

Was so wichtig ist zwischen Vatikan und Niederrhein

  • Alle Rechtschreibefehler sind beabsichtigt und tragen zur allgemeinen Erheiterung der Leserschaft bei!
  • C+M+B*2017*

    9.5.13

    "Eine" Lesung


    Heute in der Kirche:
    "Wir hören eine Lesung aus der Apostelgeschichte"
    Seit zehn Jahren denke ich darüber nach, was mich an dieser Formulierung so aufregt.....
    Heute wurde sie getoppt:
    "Wir hören eine zweite Lesung...."
    Endgültig höchstes Widerlichkeitsniveau erreicht - aber dennoch bleibt die gestellte Frage.

    Nun ja einerseits,  jede Veränderung eines Textes ist für Kinder wie mich ein Angriff auf ihr Weltbild. "Liebe Herren und Damen!" zerstört das Spiel; "Zicke Zacke Schweinekacke" verunmöglicht das Menschsein. Gleiches gilt für "Liebe Schwestern und Brüder" oder "laß sie leben in Deinem Frieden" (statt "ruhen in Frieden"), oder für:  "dies ist ein Geheimnis unseres Glaubens". Keine der Formulierungen ist falsch, aber ebenfalls keine ist auch nur in Ansetzen denkbar. Ich weiß nicht, ob es Gespenster gibt, aber Fisch mit dem Messer zu essen und dabei Rotwein zu trinken ist empirisch unmöglich. Das letzte oben zitierte Beispiel deutet aber die Lösung schon an  -  doch davon später.

    Lange dachte ich, es sei der Kollektivmonolog, der mich aufregt. "Wir stehen als Christen zum Gebet" - nie knie ich lieber - "Wir sitzen zur Passion" - seltsam, aufeinmal will ich stehen! Wie kommt der da vorne - als Laie (Lektor oder so) mir gleich gestellt; als Priester mein Angestellter - dazu mir Anweisungen zu geben. Wieso versucht mich jemand zu entmündigen. Aber auch dieses Verhalten erlebe ich ja in jeder Messe mehrmals.

    "Wir hören eine Lesung"? "Dies ist ein Geheimnis unseres Glaubens"? Worin liegt das unmenschliche? Seit einer Meditation heute (parallel zur Predigt - ähem) weiß ich es: Es ist der Artikel. Ich kann im Gottesdienst, in der Begegnung mit Gott nicht eine Lesung hören. Der allmächtige Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde läßt sich zu mir herab und spricht im gedruckten oder rezitierten Wort zu mir (ums noch einmal klar zu machen: ZU MIR). In dem Moment höre ich aber nicht "eine" Lesung; ich höre DAS Wort Gottes -  ich höre DIE Lesung! Ein Lesung ist beliebig - "(Die)Lesung" (am besten ganz ohne Artikel) stellt mich an den Fuß des Berges Sinai und ich hören vor Furcht zitternd den Heiligen - gepriesen sei er - sprechen. Es mag verschiedene Gaubenswahrheiten geben - "Das" Geheimnis des Glaubens, zeigt mir - und auf einmal bin ich in Jerusalem - blutübergossen und herrlich "Das" Lamm Gottes, im Abendmahlssaal und zugleich auf Golgatha.

    So einfach ist es manchmal: Bewahrt Euch vor dem falschen Artikel! Rettet den Glauben!






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    2 Comments:

    Anonymous Chrysostomos said...

    Wie wahr! Diese dauernde Bevormundung und Rumkommandiererei regt mich unsäglich und ständig auf. Ebenso diese andauernden sprachlichen Eigenmächtigkeiten, welche mich durch ihre Betreungsbetulichkeit ja wieder nur bevormunden. Und dann die bei Lesungen und Evangelium voll in Fahrt kommenden Vorauserklärer! Manchmal glaube ich fast, "die da vorne" halten mich für blöd, dement oder debil.

    19:22  
    Blogger Admiral said...

    Volle Zustimmung. Mich ärgert so was auch immer.

    Es ist DIE Lesung, weil es DIE vor-geschriebene Lesung ist, nicht EINE, selbst ausgesuchte Lesung.

    08:34  

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