«Internet è come un immenso magazzino (di informazioni), ma non può costituire di per sé la "memoria"» (Umberto Eco) --- «Ecco, aiuto io!» (Dilettantus Didymus)

Thomas sein Abendland

Was so wichtig ist zwischen Vatikan und Niederrhein

  • Alle Rechtschreibefehler sind beabsichtigt und tragen zur allgemeinen Erheiterung der Leserschaft bei!
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    18.2.11

    Ein Länzlein für evangelikales Liedgut

    Da gibt´s ein neues Blog, daß sich mit der Beziehung zwischen katholisch und evangelikal beschäftigt und dann giftet der Johannes über evangelikales "Geklampfe".

    Da sag ich erstmal mit dem Maulwurf ne,ne,ne,ne,ne


    Und dann:

    Distinguo!

    These: Evangelikale Musik hat nichts mit sacropop zu tun!

    Biographische Voraussetzung: Auch ich war in der Jugend im CVJM

    Geständnis: Auch ich spiele Gitarre

    respondeo: Evangelikales Liedgut oder wie Johannes sagt "CVJM-Geklampfe" ist ein an eine bestimmte Situation gebundene Funktionsmusik, darin vergleichbar mit einem Marsch, der beim Schützenfest oder beim Militär eine Funktion hat ("jetzt bleibt mal im Takt, Ihr Luschen!") und ja auch mit der Gregorianik, die in die Situation der Messe (und des Offiziums) gehört und z.B. nicht in den Konzertsaal.

    Die Situation des Evangelikalen Liedgutes ist die Bibelstunde, die Zeugnisveranstaltung und der Predigtgottesdienst (und das ist anzahlmäßig auch der normale evangelische Gottesdienst - Oh Ihr Hochlutheraner verzeihet mir!). In dieser Situation liefern diese Lieder Nachbetrachtung und Nacherzählung biblischer Texte, persönliche und gruppenspezifische Bekenntnisse, gerne mit der Aufforderung zur Bekehrung/Entscheidung an den Zuhörer und einige Spuren von Gebeten. All´dies ist in der Situation angemessen.

    Das ganze tut diese Musik im Rüchkgriff auf zum beispiel bündisches/pfadfinderisches Liedgut, neuerdings auf Spirituals/Gospels und auf die Volksmusik/den Folk. All dies ist angemessen - Ob eine Ballade von König David oder von Landsknechten erzählt ist musikalisch schnuppe und selbst manche Blogs haben Volkslieder im Titel wie zum Beispiel ein in Herders, Lieder der Völker erstmals in Deutschland beschriebenes.

    Ganz anders im Sakropop.

    Da fehlt erstens der Rückgriff auf die biblischen Texte fast vollständig, stattdessen findet sich meist eine Aneinanderreihung von Gefühlsphrasen und möglichst unklaren Metaphern in oft (ich nehme an bewußt, "is ja schließlich Lyrik, ej!") unkorrekter Grammatik.

    Da ist zweitens, die Musik nur scheinbar simpel und wird insbesondere durch vollständig überflüssige Synkopen und Triolen gebrochen. Oft ist sie orientiert an etwas, was die Komponisten wohl für jazzy oder gar für modern hielten.

    Und drittens soll dies ganze ja gerade, in der Messe also in der Gegenwart Gottes dargeboten werden. Nur findet sich zwischen Situation und Musik halt leider keine Schnittmenge.

    Zusammenfassung: Schimpft weiter über Peter Jansens unseligen Angedenkens (trotzdem r.i.p.) und seine kleinen Freunde, aber laßt mir die Evangelikalen in Ruhe!

    Ausblick: Für Gospel und die Südstaatenmusik: Scipio, übernehmen Sie!

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    4 Comments:

    Blogger Scipio said...

    Diesen Auftrag übernehme ich auch gerne weiterhin!

    Danke für Deinen Beitrag! Für "meinen" Bereich der White Gospel/Old Time/Mountain Music mit ihren alten und neuen Ablegern gilt mutatis mutandis wohl ähnliches: Wenn, dann hat sie ihren liturgischen Ort bei einigen Baptisten und anderen Denominationen in den Appalachen, kommt aber gerne auch ohne diesen Ort aus, arbeitet mit Versatzstücken und Textbausteinen auch biblischer Art, schmilzt die genauso in bekenntnishafte Lieder, in Nacherzählungen biblischer Ereignisse wie in biographische Meditationen (Liebeskummer, Tod) ein. Und ist dabei durchaus auch kommerzialisierbar - weil für einen großen Teil der Zuhörer/Käufer das explizit Religiöse schlicht und einfach zum Alltag gehört. Warum dann eben nicht mal Jesus Christus auf einem Album sprechen lassen: "I am the man, Thomas, look at those nailscar here in my hand"? Liturgisch ist das schwierig, mindestens als Gemeindegesang in katholischer Liturgie, aber volksmusikalisch funktioniert es, jedenfalls imho.

    10:08  
    Anonymous Volmar said...

    Danke! Auch ich wäre wohl heute nicht hartgesottener Katholik, wäre ich nicht in der Jugend im CVJM gewesen.

    23:49  
    Anonymous Anonym said...

    Danke für den Beitrag! Als Katholik mit evangeikaler und charismatischer Vergangenheit (und immer noch Affinität) hört man viel zu selten solche Stimmen. Trotzdem: Ich mag auch die charismatischen Lobpreislieder, und ich LIEBE Synkopen. ;-)

    23:48  
    Blogger dilettantus in interrete said...

    Damit es klar sein mag: Synkope wem ynkope gebührt!

    Bei "gimme dat olß time religion" geht´s nicht ohne - im NGL stört´s meist.

    16:05  

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